Es sind diese 2 Worte, meistens in einen Satz verpackt, die ich in meinem Leben nur allzu oft hören musste und selbst heute noch mehr zu hören bekomme, als mir lieb ist. Egal, wer und in welchem Verhältnis die Leute zu einem stehen. Fast alle sind sie der Auffassung, einem diese 2 Worte immer und immer wieder ungefragt entgegensetzen zu müssen.
Du musst … !
Dies geschieht stellenweise mit einer in Arroganz getauchten Selbstverständlichkeit, dass einem manchmal echt einfach nur noch die Worte fehlen. Während man sich gleichzeitig die Frage stellt „Was fällt diesen Menschen eigentlich ein, zu glauben, so über einen selbst bestimmen zu dürfen?“ Gibt es dafür etwa eine Sonderlizenz oder einen besonderen Darfschein?
Nun, ich weiß es bedauerlicherweise nicht und mir ist es ehrlich gesagt auch ziemlich egal. Was ich aber mit ziemlicher Sicherheit weiß, ist, dass ich solchen Mitmenschen immer mehr eine Kampfansage zukommen lasse mit der klaren Botschaft „Ich muss gar nichts!“
Akzeptiert mich so, wie ich bin, oder lasst es schlichtweg bleiben. Aber bitte hört auf zu glauben, ich sei der Lakai, der springt, wenn ihr pfeift, der wie ein Ja-und-Amen-Sager nach euren persönlichen Regeln tanzt. Denn genau das tue ich eben nicht.
Ausnahmen …
Tatsächlich gibt es Menschen in meinem näheren Umfeld (wenngleich auch nicht alle), die mir jederzeit sagen dürfen (und manchmal, ehrlich gesagt, auch müssen), in welche Richtung der Hase gerade meint, hoppeln zu wollen.
Wenn also zum Beispiel meine liebreizende Mitbewohnerin mir zu verstehen gibt, dass ich eventuell den einen oder anderen Handschlag im Haushalt mehr tun könnte, ist dies eine Ansage, mit der ich kein Problem habe. Schließlich wohne ich ja auch mit in diesem Haushalt.
Oder wenn mir die Schwester von meinem Darmarzt mitteilt, dass ich beim nächsten Praxisbesuch wieder die halbjährliche Überweisung vom Hausarzt mitbringen soll, ist dies ebenfalls eine Ansage, welcher ich mich füge. Denn ohne Überweisung keine Behandlung und somit auch keine lebenswichtigen Medikamente wie zum Beispiel meine Immunsuppressiva.
Beispiele wie diese beiden eben genannten gibt es noch einige. Aber ich glaube (oder hoffe), jeder weiß, worauf ich eigentlich hinaus will. Jetzt gäbe es natürlich noch die Negativbeispiele. Also jene, wo es nach meinem Dafürhalten absolut nicht in Ordnung ist, mir zu sagen: „Du musst …!“ Diese möchte ich hier aber bewusst nicht nennen. Da ich nicht wirklich die Lust verspüre, jene Posse dieser Menschen nachzuerzählen.
Was ich muss und was ich nicht muss. Was ich kann und auch was ich nicht kann, möchte ich immer noch selber entscheiden, und ja, das heißt am Ende des Tages auch, mit eventuellen Konsequenzen leben zu müssen. Dies ist aber vollkommen okay für mich. Getreu dem Motto (was vermutlich bis ins 18. Jahrhundert zurückgeht), das lautet: „Leben und leben lassen.“
