Oh Dresden, du Wunderschöne

Könnt ihr es glauben? Gestern war ich doch tatsächlich draußen. Also dieses echte Draußen mit echtem Reallife und so. Nicht nur auf den Balkon oder eben übern Platz rüber zu Rewe. Nein, diesmal hat es mich an einen etwas entfernteren Ort verschlagen. An jenen besagten Ort war ich zwar letztes Jahr auch schon, jedoch hat dieser Umstand dem gestrigen Tage keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil.

Es war gestern früh so gegen 4:30 Uhr, als der Wecker meiner Mitbewohnerin lautstark auf sich aufmerksam machte. Während ich vor Aufregung und der Tatsache, dass ich eh seit Geburt an eine permanente Nachteule bin, schon den ersten Kaffee zur Hälfte intus hatte. Der Grund für jenes so frühe Aufstehen und dies auch noch am Wochenende war eine etwas längere Zugfahrt von ca. 3 Stunden mit dem Ziel Dresden-Neustadt.

Um in Dresden aber wirklich etwas zu sehen bzw. zu erleben, war es vonnöten, schon um 6:42 Uhr mit dem Regio von Ostkreuz nach Cottbus und dann mit dem Regio um 8:18 Uhr von Cottbus nach Dresden-Neustadt zu fahren. Um schließlich dann wiederum kurz nach 10 Uhr in Dresden-Neustadt anzukommen.

Heil und voller Vorfreude auf diesen Tag stand der Sightseeing-Tour durch Dresden nun nichts mehr im Wege. Erstes Ziel und auch der eigentliche Grund für diesen Ausflug war die Sonderausstellung „Die Platte in Ost und West“ im Stadtmuseum Dresden. Ich selber bin Plattenbaukind der fast ersten Stunde und liebe die Platte bis heute und wohne auch aktuell immer noch in einer Plattenbauwohnung. Meine Mitbewohnerin hat die Platte erst vor gut 20 Jahren kennen und schätzen gelernt. Was liegt also näher, als sich die Geschichte der Platte in Form einer Ausstellung anzuschauen? Kleiner Spoiler: Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Nachdem wir uns die Ausstellung ganz gemütlich zu Gemüte geführt hatten, war es gerade mal kurz nach 12 Uhr und für uns noch lange kein Grund, wieder heim nach Berlin zu fahren. Also ging es schnurstracks in Richtung Altstadt, in der es dann um mich geschehen ist. Denn ich habe mich komplett neu verliebt. Ein Leben lang (mit ein paar Unterbrechungen) wohne ich nun schon in Berlin und sage auch immer und immer wieder „Berlin, ick liebe dir“ und denke auch jedes Mal dabei an die Henne alias Helga Hahnemann. Welche mir mit ihrer Art und ihren Songs klargemacht hat, wo ick hingehöre.

Jetzt aber hat sich eine 2. Stadt neben Berlin in mein Herz geschlichen und ich möchte am liebsten, während ich so darüber schreibe, jetzt gleich wieder nach Dresden fahren. Ich kann die Schönheit dieser Stadt wahrlich kaum in Worte fassen. Weshalb ich jedem nur empfehlen kann, sie sich selber einmal anzuschauen. Die Mischung der Architektur aus Alt und Neu in Kombination mit der atemberaubenden, sich bis zum Horizont erstreckenden Natur macht einen einfach nur sprachlos.

Hingegen einem das Terence-Hill-Restaurant einfach nur ein fettes Grinsen ins Gesicht zauberte. Während man als fast lebenslanger Bud Spencer und Terence Hill Fan darüber erstaunt war, dass Terence Hill seit über 40 Jahren Vegetarier ist. Vielleicht ein Grund dafür, dass er heute mit 80 noch so fit ist. Die 2 Kugeln Schießpulver-Eis mit einem Stückpreis von 2€ pro Kugel haben dennoch sehr lecker geschmeckt.

Last but not least war der Ausflug obendrein auch noch eine gute Gelegenheit, einem weiteren Hobby von mir nachzugehen, nämlich dem Fotografieren. Die Zeiten, als ich noch mit einer Spiegelreflexkamera von Canon alles fotografiert habe, was sich nicht bei 3 unsichtbar gemacht hat, sind zwar vorbei. Dem Hobby hat das aber nicht wirklich geschadet. Mittelklassige Smartphones wie mein Samsung Galaxy A56 5G müssen sich, was die Qualität von Fotos angeht, nun wahrlich nicht mehr verstecken.

Ich habe sogar manchmal das Gefühl, dass die Smartphonekamera in bestimmten Situationen bei bestimmten Lichtverhältnissen bessere Fotos macht als die Spiegelreflexkamera. Wenngleich mir Fotospezialisten vermutlich hier instant widersprechen würden. Nichtsdestotrotz sind es insgesamt um die 232 Fotos geworden. Welche nun in der Cloud für die Nachwelt (oder wen auch immer) gut aufgehoben sind.

Alles in allem ein wunderschöner und gelungener Tag mit einer kleinen Ausnahme, der Rückfahrt, die wir gegen 15:57 Uhr antraten. Diese war das Gegenteil von schön und eher anstrengend als wirklich genießbar. Der erste Zug fiel aus, der zweite hatte Verspätung, was zur Folge hatte, dass dieser dementsprechend voll war. In Cottbus hatte der Zug dann ebenfalls Verspätung, und als „Sahnehäubchen“ begrüßten uns dann auch noch Fußballfans am Bahnhof, die ebnefalls in den Zug nach Berlin einstiegen.

Was wir nämlich nicht wussten: In Cottbus fand ein Fußballspiel statt. Irgendwas ist ja immer. Zwischen 20 und 21 Uhr waren wir dann schlussendlich zu Hause und sind zugleich erschöpft, aber glückselig ins Bett gefallen. Eine Wiederholung ist schon geplant.

Nur eines von vielen Fotos aus Dresden: