Es ist der Albtraum eines jeden in unserer digitalen Welt. Nur ein unbedachter Klick auf einen einzigen Link kann dafür sorgen, dass einem die digitale Identität unter den Füßen weggerissen wird. Was fast so klingt, als käme es aus der Fantasieschmiede Hollywoods, ist leider nur allzu gegenwärtig. Dramen wie diese spielen sich beinahe täglich ab und geben böswilligen Menschen immer wieder die Gelegenheit, andere, in diesem Fall die Opfer, zu erpressen.
Auch einer guten Freundin ist dies jetzt genauso passiert. Ihre aufgelösten Worte, welche mich in WhatsApp erreichten, schwirren immer noch vor meinem geistigen Auge herum. Nur gut, dass sie geistesgegenwärtig reagiert und sich nicht auf die Erpressung eingelassen hat, sondern alle Passwörter umgehend änderte, einige Konten sogar sofort hat sperren lassen und das wohl Wichtigste: Sie hat umgehend die Polizei gerufen.
Der Schaden ist dennoch angerichtet. Angefangen beim seelischen Ausnahmezustand, der Ungewissheit sowie der Scham mit der immer wiederkehrenden Frage: „Warum ist so etwas nur mir passiert?“ Die Suche nach einer Antwort darauf ist in solchen Fällen meistens leider vergebens. Jedoch nicht, weil die Betroffenen keine gesunde Selbstreflexion hätten, sondern weil es schlichtweg jedem von uns passieren kann. Eine nur kurze Unachtsamkeit und schon kann es selbst Personen erwischen, die von sich behaupten: „Also mir passiert sowas garantiert nicht“.
Was man aber tun kann, ist es, etwaigen Angreifern das Leben so schwer wie möglich zu machen. Dazu zählen zum Beispiel ein Passwortmanager, der bestenfalls nicht auf dem heimischen Rechner installiert, sondern auf Servern eines Anbieters von Passwortmanagern wie beispielsweise Avira gehostet ist. Zudem ist es sehr ratsam, Passwörter niemals und unter keinen Umständen im Browser zu speichern.
Denn genau das ist besagter Freundin zum Verhängnis geworden. Darüber hinaus sollte man keine halben Sachen mit den Passwörtern an sich machen. Die Standardmindestlänge eines gesunden Passwortes sollte 16 Zeichen lang sein und eine bunte Mischung aus Zahlen, Sonderzeichen sowie Klein- und Großbuchstaben aufweisen. Ein Passwort sollte außerdem nur einmalig genutzt werden.
Ebenfalls ganz wichtig ist die 2-Faktor-Authentifizierung (2FA). Die heutzutage oftmals durch entsprechende 2FA-Apps realisiert wird. Eine davon ist die komplett kostenlose Open-Source-App „2FA Authenticator (2FAS)„. Verfügbar ist diese für Android, Apple und sogar als Browsererweiterung.
Zu guter Letzt wäre da noch das Backup von wertvollen bzw. sensiblen Daten. Wie zum Beispiel, Fotos, kleine Videos oder wichtige Dokumente. Diese haben zumindest für mein Dafürhalten auf heimischen Rechnern oder auf Smartphones auch nichts wirklich zu suchen. Die Cloud ist dafür der einzige sichere Ort. Meine Empfehlung wäre an dieser Stelle pCloud.
